01.01.2020

Ihr Unterbewusstsein

Im Blog «Wer unter Ihrem Bewusstsein regiert» erwähnte ich, dass Ihr Bewusstsein alles kontrolliert, worauf Sie sich fokussieren. Alles andere (also 95 %) kontrolliert Ihr Unterbewusstsein.

Ihr Unterbewusstsein sorgt mit den angelernten und gespeicherten Automatismen und Mustern dafür, dass Ihr Hirn nicht überstrapaziert wird. Sich zu Fuss fortzubewegen funktioniert normalerweise ganz von alleine, unbewusst und ohne nachzudenken, weil Ihr Unterbewusstsein die vielen Muskelkontraktionen gespeichert hat. Aber als Sie dies im ersten Lebensjahr erlernen mussten, war es noch sehr anstrengend und Energieaufwendig.

Was das Unterbewusstsein mit den vielen Bewegungsmustern macht, macht es auch, um Ihre Verhalten energiesparend zu lenken. Diese übergeordneten Muster werden als «innere Einstellung» oder «Haltung» bezeichnet. Es bestimmt, wie Sie sich in einer bestimmten Situation verhalten, was Sie sagen oder tun, worum Sie sich kümmern und worum nicht, was Ihnen wichtig oder unwichtig ist.

Wie und wann entstand Ihr Unterbewusstsein?

Im Mutterleib bis zum zweiten Lebensjahr arbeitete Ihr Hirn in der tiefsten Frequenz. Für einen Erwachsenen wäre dies vergleichbar mit schlafen oder Hypnose. Sie hatten noch kein Bewusstsein; Sie erspürten und beobachteten jedoch alles und speicherten dies wie auf einer Festplatte – Ihrem Unterbewusstsein.

Von zweiten bis siebten Lebensjahr arbeitete ihr Hirn in einer höheren Frequenz. In dieser Zeit befanden Sie sich im Fantasia-Land. Sie vermischten die wirkliche Welt mit Ihrer Fantasiewelt. Sie sammelten Tannzapfen und Steine, bauten daraus Burgen und Schlösser, Sie konnten stundenlang an einem Brunnen verweilen und mit Ihren Schiffen aus Baumrinde spielen, Sie rannten mit ausgestreckten Armen den Hügel hinunter – wie ein landendes Flugzeug.

Bis ins Alter von sieben Jahren wurden Sie durch Ihre Eltern und Ihre Umwelt geprägt – «programmiert». Sie erfuhren und beobachteten tausende Dinge. Alle Fakten und alles Wissen ergaben die Strukturen in Ihrem Unterbewusstsein. In dieser Zeit lernten Sie, wer Sie sind. Aber die Beeinflussung kam immer von aussen!

Die «Programme» die Sie in den ersten Lebensjahren erwarben, waren/sind wegweisend für Ihr ganzes Leben. Was Sie von Ihren Eltern lernten, wurde in Ihr Unterbewusstsein gespeichert.
– «Du bist gescheit»
– «Du bist wunderbar»
– «Du bist toll»
Aber auch
– «Du bist nicht gut genug»
– «Das schaffst du nie»
– «Du bist zu dumm»

Dies alles bleibt im Unterbewusstsein registriert – für immer! Ein Leben lang wird es diese «Platte» spielen.

Was Kleinkinder erfahren, schildert Gerald Hüther, deutscher Hirnforscher, in seinen Vorträgen anhand einer Studie. Dabei wird Kleinkindern im Alter von 6 Monaten ein Film vorgeführt:
Szene 1          Ein gelbes Männchen klettert schwitzend und stöhnend einen Berg hinauf
Szene 2          Ein grünes Männchen hilft dem gelben Männchen beim Aufstieg
Szene 3          Das gelbe Männchen wird von einem roten Männchen den Berg hinab geschubst

Am Anschluss erhalten die Kleinkinder zwei Stoff-Männchen zur Auswahl: Ein Grünes und ein Rotes. Ausnahmslos alle Kleinkinder wählen das grüne Männchen – den Unterstützer.

6 Monate später wird der Versuch wiederholt. Die Kleinkinder, inzwischen 12 Monate alt, erhalten nach dem Film wieder ein grünes und ein rotes Männchen zur Auswahl. Jetzt wählen bis 20 % der Kinder das rote Männchen – den Hinunterschubser. Von wem haben die Kinder dies gelernt; sie sind ja nicht im lernfähigen Alter?

Sie konnten lediglich in ihrem Familiensystem beobachtet, wer sich wie verhält. Deshalb werden Kinder so, wie ihre Eltern.

Sie können Ihr Unterbewusstsein übersteuern:
– Durch erhöhte Achtsamkeit/Aufmerksamkeit
– Durch Hypnotherapie
– Durch Energie Psychologie (Body Talk / E.M.D.R / E.F.T oder PSYCH-K)
– Durch die Nutzung der Hirnfrequenz, die Sie als Baby hatten (und jetzt im Schlaf haben)
– Durch positive Gewohnheiten und Training

 

Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
(Talmud)

 

Rolf Grossenbacher